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Sand in Sicht? Wir bleiben dran!

vor 40 Minuten
4 Min. Lesezeit

Manchmal kommt es anders als geplant. Das Beachvolleyballfeld muss noch warten, aber Baumstamm-Mikado und Sitzbalken sind fertig! Mit vielen helfenden Händen, einem Regenschauer zur Unzeit und jeder Menge Teamgeist haben wir am Spielplatz wieder ein gutes Stück geschafft.


Plan A? Fällt aus. Plan B? Machen wir!


2026 sollte auf unserem Spielplatz eine ganze Menge passieren. Und tatsächlich: Wir hatten für den 10. Oktober alles vorbereitet. Das Beachvolleyballfeld sollte entstehen, dazu ein Baumstamm-Mikado und neue Sitzbalken. Drei Teams waren geplant, der Bauhof wollte mit einem Radlader helfen und die Firma Baumrichter den Transport der schweren Stämme aus dem Lachmund-Garten übernehmen.


Auch das Bebauungsplanverfahren war rechtzeitig abgeschlossen. Eigentlich konnte es losgehen!

Doch manchmal steckt der Teufel im Detail. Und manchmal steckt er im Boden.


Für das Beachvolleyballfeld brauchen wir eine Baugenehmigung. Die lag zum geplanten Termin leider noch nicht vor. Die zuständige Fachstelle für Bodendenkmalpflege hat umfangreiche archäologische Sondierungen angekündigt und vermutet auf dem Gelände bedeutsame Funde. Bis zur Freigabe dürfen keine Erdarbeiten durchgeführt werden.


Das kostet nicht nur Zeit - der Aufwand muss auch bezahlt werden. Auch die vorhandene Tischtennisplatte darf dadurch vorerst nicht auf ihren neuen Platz, denn sie muss einbetoniert werden.


Wenn schon kein Beachvolleyball, dann wenigstens Mikado


Wir waren nur kurz geschockt. Dann war klar: Wir machen das, was möglich ist. Baumstamm-Mikado und Sitzbalken konnten wir auch ohne Erdarbeiten umsetzen. Ein kleines Team war schnell gefunden.


Am 8. Oktober war der rbb für eine Live-Sendung in Priort und wollte auch über unsere Aktionen berichten. In der halben Minute Redezeit auf dem Spielplatz habe ich mich auf das Positive konzentriert. Dass nicht alles nach Plan lief, ist dabei gar nicht aufgefallen. Wer den netten Rundgang durch unser Dorf verpasst hat, kann ihn hier nachholen.


Fünf Meter Balken und ein Regenschauer



Am Aktionstag trafen wir uns bei strahlendem Sonnenschein im Lachmund-Garten. Wir deckten die Planen ab und diskutierten, welche Stämme wir transportieren wollten.


Plötzlich öffnete der Himmel seine Schleusen. Wir retteten uns unters Dach und warteten den Wolkenbruch ab. Als die Sonne zurückkam, waren leider auch die Kreidemarkierungen abgewaschen. Wir hatten das Mikado vorher probeweise aufgebaut, die Stämme markiert und alles auf einer Zeichnung festgehalten. Nur: Fünf Meter lange Balken schiebt man nicht mal eben zum Ausprobieren hin und her. Da war guter Rat teuer. Zum Glück hatten wir neben der Zeichnung auch noch Fotos vom ersten Aufbau.


Pia von der Firma Baumrichter transportierte routiniert die schweren Stämme zum Spielplatz. Dort wurde abgeladen, sortiert, gerückt und gemeinsam gepuzzelt. Alle packten mit an. Und am Ende passte alles!



Gemeinsam bauen heißt auch: gemeinsam lernen


Besonders schön war, wie selbstverständlich alle mit angepackt haben. Und wie stolz die Jugendlichen waren, die unter Anleitung mit richtigem Werkzeug arbeiten konnten.


Genau solche Erfahrungen sollten wir bei den nächsten Aktionen noch stärker ermöglichen. Wenn Jung und Alt gemeinsam werkeln und voneinander lernen, entsteht schließlich mehr als ein Spielplatz. Vielleicht können wir künftig ganz bewusst Tandems bilden, damit Wissen und Können weitergegeben werden.


Ein weiteres Highlight: Stolz wurde das neue Logo der Priorter Holzwerkstatt in die Stämme gelasert. Toll, welche Fähigkeiten bei solchen Projekten plötzlich sichtbar werden!


Wasser marsch! Auch die Bäume profitieren


Dass wir jetzt auch einen Wasseranschluss auf dem Platz haben, hat Jens Kroischke aus der Gemeindeverwaltung gleich mal ausgenutzt und Gießkannen an die gerade herumstehenden Helferinnen und Helfer verteilt. So bekamen auch unsere jungen Bäume noch eine ordentliche Portion Wasser mit auf den Weg ins nächste Jahr.


Mikado bestanden. Picknickplatz eröffnet.


Nach getaner Arbeit wurde unser neues Baumstamm-Mikado ausgiebig getestet. Auch unseren Picknickplatz haben wir gleich darauf eingerichtet.


„Ich war das nicht!“, rief ein Knirps vorsichtshalber, als wir die Kinder vom Spielplatz zum Testen unseres neuen Mikados heranriefen.


Die Aktion war wie immer nicht ganz unanstrengend. Aber sie hat Spaß gemacht. Und am Ende sieht man, was man gemeinsam geschafft hat. Wieder ist ein Puzzleteil unseres Gesamtkonzepts fertig.


Das ist für mich das Schöne an diesen Gemeinschaftsaktionen: Mit überschaubaren Mitteln und vielen freiwilligen Händen können wir in relativ kurzer Zeit richtig viel für unser Dorf bewegen.


„Warum habt ihr das nicht höher gebaut? Ich habe alles ausprobiert und für mich war es ganz schön leicht", meinte eine Priorter Seniorin beim dienstäglichen Zumba auf dem Sportplatz.

Gute Frage! Und weil sich das bestimmt noch mehr gefragt haben, kommt hier die Antwort für alle: Auf einem öffentlichen Spielplatz kann man nicht einfach bauen, was man sich vorstellt. Wir hatten vorab einen Spielplatzprüfer zu Gast im Lachmund-Garten, der wichtige Hinweise für die Umsetzung gegeben hat. Unter anderem darf die Höhe nicht mehr als 60 cm sein, sonst muss ein aufwendiger Fallschutz eingebaut werden. Hier mussten wir auch aus Kostengründen Prioritäten setzen und haben die 60 cm exakt eingehalten.



Beim nächsten Mal brauchen wir euch alle!


Im Nachgang haben uns einige Menschen angesprochen: Sie hätten gern mitgeholfen, waren aber gar nicht über die Aktion informiert. Das freut uns riesig! Denn genau davon lebt unser Projekt. Jede helfende Hand zählt und Gelegenheiten wird es noch genug geben! Diesmal hat ein kleineres Team gereicht und deshalb gab es keinen großen Aufruf.


Sobald die Baugenehmigung vorliegt und die archäologischen Untersuchungen abgeschlossen sind, wollen wir das Beachvolleyballfeld angehen. Auch das Fußballfeld soll neu angelegt werden. Die dafür notwendige Beregnungsanlage soll aus Kostengründen ebenfalls in Eigenleistung verlegt werden. Das Bürgerbudget reicht dafür nicht aus.


Und dann warten noch die vorbereiteten Stämme für die gewünschte Nestschaukel auf ihre Bestimmung. Wir haben also noch einiges vor.


Danke, Priort!


Ein herzliches Dankeschön an alle, die mit angepackt, organisiert, transportiert, beraten, gebacken, gegossen oder auf andere Weise unterstützt haben. Danke auch an die Gemeindeverwaltung für die stetige Unterstützung.


Priort zeigt, was entstehen kann, wenn gute Ideen, Unterstützung aus der Verwaltung und viele freiwillige Hände zusammenkommen. Nicht immer klappt alles auf Anhieb. Nicht immer geht es so schnell wie erhofft. Aber wenn wir gemeinsam dranbleiben, kommen wir unserem Ziel Schritt für Schritt näher.

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